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Heteronormativität: Erfahrungen von jungen lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Menschen

Kerstin Oldemeier
[Forum Gemeindepsychologie, Jg. 22 (2017), Ausgabe 1]

Zusammenfassung

In diesem Artikel werden die Erfahrungen von jungen lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren Menschen vor dem Hintergrund von Heteronormativität diskutiert. Grundlage hierfür sind die Erkenntnisse der bundesweiten Studie Coming-out - und dann...?! Über 5.000 lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queere Jugendliche und junge Erwachsene haben in einer Online-Befragung Auskunft über ihre Erlebnisse gegeben. Außerdem wurden deutschlandweit 40 problemzentrierte Interviews mit LSBTQ* Jugendlichen geführt, in denen sie von ihren Erfahrungen und Umgangsweisen berichtet haben.

Schlüsselwörter: Diversitätssensible Jugendforschung, Heteronormativität, Gender Studies, Queer Studies, junge LSBT*Q Menschen

Summary

Heteronormativity: The Experiences of Young Lesbian, Gay, Bisexual, Trans* and Queer People

In this article the experiences of young lesbian, gay, bisexual, trans* and queer people are discussed against the background of heteronormativity. This analysis is based on the findings of the nationwide study Coming-out - and then...?! More than 5.000 lesbian, gay, bisexual, trans* and queer adolescents provided information about their individual experiences in an online survey. Furthermore, 40 problem-centered interviews were conducted with LGBT*Q adolescents across Germany, in which the young people were able to describe their experiences and the way the dealt with them in greater detail.

Keywords: diversity-sensitive youth research, heteronormativity, gender studies, queer studies, LGBT*Q youth

Heteronormativität in motion?

Die sexuelle und geschlechtliche Zugehörigkeit eines Menschen unterliegt (gesellschaftlichen, rechtlichen und medizinischen) Regulierungen - insbesondere wenn es sich dabei um eine nicht-heterosexuelle und/oder eine nicht-cisgeschlechtliche Zugehörigkeit1 handelt. Durch gesellschaftliche Konstruktionsprozesse ist Heterosexualität und eine binäre cisgeschlechtliche Zuordnung als "die natürliche" Lebensform etabliert - sie stellt die soziale Ordnung dar. Dabei sind Normen konstitutiv: Es gibt "'von Natur aus' zwei und nur zwei Geschlechter und die Geschlechtszugehörigkeit [ist] am Körper eindeutig ablesbar, angeboren und unveränderbar" (Gildemeister, 2004, S. 134; Hervorh.i.O.). Zugleich ist "Heterosexualität in die soziale Textur unserer Gesellschaft, in Geschlechterkonzeptionen und in kulturelle Vorstellungen von Körper, Familie, Individualität ... eingewoben, ohne selbst als soziale Textur ... sichtbar zu sein" (Hark, 2005, S. 294). In Interaktionen, Institutionen und Diskursen wird diese Ordnung reproduziert, durch Medizin und Naturwissenschaften - als "legitimierte Instanzen der Wahrheit" - zudem stabilisiert (Villa, 2011, S. 132). Modernisierungsprozesse haben nach über 200 Jahren der Pathologisierung und Kriminalisierung dazu geführt, dass vielfältige sexuelle und geschlechtliche Lebensweisen zunehmend sichtbar und lebbar sind.2 Bei einem Blick auf zukünftige mögliche gesellschaftliche Entwicklung werden adoleszente Handlungs- und Deutungsweisen oft als "gesellschaftliche Seismografen" verstanden (Hurrelmann, 2010, S. 8). Und insbesondere in Lebenswelten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen scheinen die institutionalisierten sexuellen und geschlechtlichen Identitäten an Wirkungsmacht zu verlieren: Die aus 60 Kategorien frei wählbare geschlechtliche Zugehörigkeit bei Facebook oder die aktuelle Erkenntnis einer Studie, dass 16% der 14 - 29jährigen Menschen in Europa "describe their sexual orientation as something other than only heterosexual" (Dalia Research, 2016) sind dafür empirische Beispiele. Sozialwissenschaftliche Studien über die Erfahrungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und queeren (LSBTQ*) Menschen zeigen allerdings auch deutlich, dass eine nicht-heteronormative Lebensweise nach wie vor im gesellschaftlichen "Außen/Anderen/Abweichenden" positioniert ist. In der Studie Coming-out - und dann...?! des Deutschen Jugendinstituts gaben acht von zehn der über 5.000 befragten jungen LSBTQ* Menschen an, mindestens einmal Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität erlebt zu haben. Bei den trans* Jugendlichen waren es gar neun von zehn. Menschen, die rechtlich und/oder medizinisch ihr Geschlecht anpassen, müssen ihr geschlechtliches Erleben vor verschiedenen Instanzen legitimieren. Zentrale Voraussetzung hierbei ist die Diagnose "Transsexualität - Störung der Geschlechtsidentität" gemäß der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10/F64.0). Trans* Personen sind also auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts rechtlich und medizinisch als "hilfebedürftig" definiert.3 Im Unterschied zur Ablösung der "Homosexualität" vom medizinischen und rechtlichen System, bleiben trans* Personen somit darauf angewiesen, um eine körperliche Anpassung zu realisieren. Auf Grundlage der Erkenntnisse der Studie Coming-out - und dann...?! (Krell & Oldemeier, 2015) soll im Folgenden gezeigt werden, welche Erfahrungen junge LSBTQ* Menschen während der Adoleszenz in Bezug auf Heteronormativität und die implizite binäre cisgeschlechtliche Ordnung machen. Dazu werden der Verlauf der Bewusstwerdung (inneres Coming out) und die erste öffentliche Bekanntgabe (äußeres Coming out) von nicht-heterosexuellen oder nicht-cisgeschlechtlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen näher betrachtet. Außerdem wird anhand ihrer Erfahrungen in alltäglichen Lebensbereichen sowie bei Transitionsprozessen gezeigt, wie Heteronormativität und binäre cisgeschlechtliche Zuordnung sichtbar sind und wie junge Menschen damit umgehen. Zunächst wird hierfür nun der theoretische und konzeptionelle Rahmen der Studie Coming-out - und dann...?! dargelegt.

1. Theoretischer und konzeptioneller Rahmen der Studie Coming-out - und dann...?!

Die zentrale Zielsetzung des Forschungsprojektes Coming-out - und dann...?! war, empirische Erkenntnisse über Coming-out-Verläufe4 von jungen LSBTQ* Menschen zu erhalten sowie deren Erfahrungen in unterschiedlichen Kontexten, insbesondere der Familie, dem Bildungs- und Arbeitsbereich sowie dem Freundeskreis zu erfassen. Es wurde gefragt, wie sie ihr inneres und äußeres Coming-out gestalten und welche Bedingungen hierfür bestehen.

Theoretischer Zugang

Eine konstruktivistische und depathologische Perspektive auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt war im Projekt maßgeblich. Um sozialwissenschaftliche Erkenntnisse über Coming-out Verläufe und Diskriminierungserfahrungen von jungen LSBTQ* Menschen in Deutschland zu bekommen, wurde ein Studiendesign entwickelt, das von ihrer subjektiven Wirklichkeit ausgeht. Das Interesse war, wie sich nicht-heterosexuelle und nicht-cisgeschlechtliche Jugendliche und junge Erwachsene "ihre objektive Wirklichkeit einverleib[en]" und umgekehrt, wie sie ihr "eigenes Sein in die Gesellschaft hinein externalisier[en]" (Berger & Luckmann, 2004, S. 139). Konkret: Welche Erfahrungen machen LSBTQ* Jugendliche bei diesen Internalisierungs- und Externalisierungsprozessen im Hinblick auf ihre sexuelle und geschlechtliche Zugehörigkeit? Wie gehen sie damit um? Deshalb wurde mit einer wissenssoziologischen Perspektive sowohl kollektive Ordnungen (z.B. Zwei-Geschlechter-Ordnung) und rechtliche Grundlagen (z.B. Personenstandsänderungen nach dem 'Transsexuellengesetz' TSG) der objektiven Wirklichkeit berücksichtigt als auch die individuelle Handlungsmächtigkeit von jungen Erwachsenen (z.B. bei nicht-binär verorteten Jugendlichen) bei der Konstruktion ihrer subjektiven Wirklichkeit. Um den Fokus auf jugendliche Lebenswelten zu gewährleisten, waren vor allem bedeutsame Sozialisationsinstanzen bei der Konstruktion der Erhebungsinstrumente von Bedeutung. Im Kern waren dies die Alltagsbereiche Familie, Bildungs- und Arbeitsorte und Peers (vgl. exemplarisch Krüger & Grunert, 2002, Kap. V). Außerdem wurde ein Blick darauf gerichtet, dass die Entwicklung der sexuellen und geschlechtlichen Identität von LSBTQ* Personen in verstärkter Weise "in ein diskursives Netz aus Normierungen, Konzepten und Stereotypen" eingebunden ist (Woltersdorff, 2005, S. 224; z.B. erkennbar in der Norm eines äußeren Coming-outs). Bezüge aus den Gender und Queer Studies, die die heteronormative zweigeschlechtliche Ordnung als soziale Konstruktion de-konstruieren und die Herstellung ("doing") von als "normal" angesehenen sexuellen und geschlechtlichen Lebensweisen in interaktiven und diskursiven Prozessen betonen (vgl. exemplarisch Degele, 2008, Kap. 3), waren darüber hinaus leitend bei der Konzeption der Studie.

Methodischer Zugang

Um detaillierte Erkenntnisse über die Erfahrungen von LSBTQ* Jugendlichen in Deutschland zu erhalten, wurde ein quantitativer und qualitativer Forschungszugang entwickelt: Über eine Online-Befragung sollten möglichst viele Jugendliche in unterschiedlichen Lebenslagen (z.B. nach Alter, Wohnort, sexueller und geschlechtlicher Zugehörigkeit) erreicht und zu ihren Erfahrungen vor allem in den zentralen Lebensbereichen Familie, Bildung und Arbeit sowie dem Freundeskreis befragt werden.5 Mit bundesweit geführten Problemzentrierten Interviews (Witzel, 2000) sollten darüber hinaus vertiefte Erkenntnisse über Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von LSBTQ* Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewonnen werden. Insbesondere für eine quantitative Erhebung ist ein queer-dekonstruktiver Bezugsrahmen eine Herausforderung (vgl. z.B. Döring, 2013; LesMigraS, 2012, S. 9f.). Um quantifizierbare Ergebnisse zu erhalten, ist ein vollständiger Verzicht auf Kategorien nicht möglich. Der immanenten Kritik an bestehenden Kategorien wurde in der Studie Coming-out - und dann...?! damit begegnet, dass vielfaltinkludierende, nicht-heteronormative Fragen für die Online-Befragung entwickelt und Raum für offene Antworten gegeben wurde.

Datengrundlage

In dieser Studie konnten zusammen mit jungen lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Menschen erstmals auch von queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen Erkenntnisse zu ihrer Lebenssituation gewonnen werden. Die folgende Abbildung zeigt, welche Gruppen junger Menschen an der Online-Befragung teilgenommen haben.6

Abbildung 1: Teilnehmer_innen der Online-Befragung (N=5 037). Quelle: Krell & Oldemeier, 2015, S. 11

Um auch junge Menschen in die quantitative Auswertung einzuschließen, die sich nicht entsprechend etablierter Kategorien zu sexuellen und geschlechtlichen Zugehörigkeiten erleben, wurden die Gruppen Orientierungs*divers und Gender*divers gebildet. Wenn ein_e Jugendliche_r die Befragung mit dem Schwerpunkt sexuelle Orientierung gewählt und diese nicht kategorisiert bzw. selbst definiert hat (z.B. als pansexuell oder asexuell), wurde sie_er der Gruppe Orientierungs*divers zugeordnet. Junge Menschen, die zu ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit Auskunft gegeben haben, sich ebenfalls nicht kategorisieren oder eine alternative Selbstbezeichnung gewählt haben (z.B. non-binär oder genderfluid), wurden in die Gruppe Gender*divers integriert.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer_innen der Online-Befragung beträgt 21 Jahre, die Altersverteilung zwischen 14 und 27 Jahren ist relativ ausgeglichen. Knapp die Hälfte wohnt in Großstädten (48%), rund ein Fünftel in mittleren Städten (21%) und ein knappes Drittel in Kleinstädten oder Dörfern (31%). Die meisten leben in Westdeutschland (81%), rund jede_r Fünfte (19%) in Ostdeutschland (inkl. Berlin). Gut ein Drittel der Jugendlichen studiert (33%), jede_r Vierte besucht aktuell eine Schule (25%), ein Fünftel der Teilnehmer_innen arbeitet (20%) und jede_r Zehnte macht momentan eine berufliche Ausbildung (11%). Etwa jede_r Sechste hat einen Migrationshintergrund (16%). Obwohl ein äußeres Coming-out keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, haben fast alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen (95%) in der Vergangenheit mit anderen Menschen über ihre nicht-heterosexuelle Orientierung oder nicht-cisgeschlechtliche Zugehörigkeit gesprochen.7

Außerdem haben bundesweit 40 junge LSBTQ* Menschen in Problemzentrierten Interviews (Witzel, 2000) von ihren Erfahrungen, Perspektiven und Strategien im Umgang mit ihrer nicht-heterosexuellen oder nicht-cisgeschlechtlichen Lebensweise berichtet. Es wurden 30 Interviews zum Schwerpunkt nicht-heterosexuelle Orientierung geführt und zehn Interviews zur nicht-cisgeschlechtlichen Zugehörigkeit. Zehn lesbische und fünf bisexuelle junge Frauen sowie elf schwule und vier bisexuelle junge Männer schilderten ihre Erlebnisse. Sie waren zwischen 16 und 27 Jahre alt. Von ihren Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit, erzählten drei trans* weibliche, vier trans* männliche sowie drei transgender/genderqueere Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren.

2. Zentrale Ergebnisse der Studie Coming-out - und dann...?!

Im Folgenden wird ein Überblick über die Erlebnisse von jungen LSBTQ* Personen bei ihrem inneren und äußeren Coming-out gegeben sowie über ihre Erfahrungen in alltäglichen Lebensbereichen. Dabei werden die Erkenntnisse in Bezug gesetzt zu Sichtbarkeit und Wirksamkeit von Heteronormativität und der impliziten Norm einer binären cisgeschlechtlichen Zuordnung.

Inneres Coming-out

Wie andere Studien bereits gezeigt haben, ist für LSBTQ* Jugendliche ein inneres Coming-out elementar.8 Im Gegensatz zu heterosexuellen und cisgeschlechtlichen jungen Menschen durchlaufen LSBTQ* Jugendliche und junge Erwachsene einen Prozess der Bewusstwerdung ihrer tatsächlichen sexuellen und geschlechtlichen Zugehörigkeit. Sie stellen fest, dass ihre von Anderen vorgenommene Zuordnung nicht ihrem sexuellen und/oder geschlechtlichen Erleben entspricht. Diese Bewusstwerdung beginnt meist während der Kindheit oder mit Einsetzen der Pubertät. Dabei berichten viele, dass sie aus Mangel an geeigneten Begrifflichkeiten ihre nicht-heterosexuellen oder nicht-cisgeschlechtlichen Empfindungen oft lange Zeit nicht beschreiben und verstehen konnten.


"Also in der Grundschule war es mir eigentlich das erste Mal bewusst, da wusste ich aber noch nicht, was es bedeutet. Also ich wusste, dass ich kein typisches Mädchen bin." (Eric, 21 Jahre)


Die Unsicherheit über das zunächst als nicht-passend wahrgenommene sexuelle oder geschlechtliche Erleben führt häufig zu Belastungen und Entbehrungen. Einige LSBTQ* Jugendliche vermeiden etwa Peer-Kontakte, um sich den (cis-)geschlechtsspezifischen heterosexuell normierten Verhaltenserwartungen zu entziehen. Manche versuchen, die "erwartete Rolle" zu spielen und sich nicht entsprechend ihrer tatsächlichen sexuellen und/oder geschlechtlichen Empfindungen zu verhalten. Charakteristisch ist, dass viele Jugendliche ihre "wahren Gefühle" über einen längeren Zeitraum unterdrücken. Die Angst, dass Eltern, Freund_innen oder Peers aus der Schule sie ausgrenzen, als "verrückt" bezeichnen oder sich von ihnen abwenden könnten, ist hier von zentraler Bedeutung. Insbesondere während des inneren Coming-outs wird die Relevanz von Heteronormativität und der implizit binären cisgeschlechtliche Zugehörigkeit deutlich wirksam: Nicht-heterosexuelle oder/und nicht-cisgeschlechtliche Jugendliche erleben sich vielfach als "anders", als "nicht richtig". Da die Empfindungen von jungen LSBTQ* Menschen nicht kongruent sind mit der dominierenden Ordnung, sind sie verunsichert.

Die folgende Abbildung zeigt, welche Befürchtungen die befragten LSBTQ* Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor einer öffentlichen Bekanntgabe, einem äußeren Coming-out hatten. Besondere Sorge bestand vor der Ablehnung durch Freund_innen oder Familienmitglieder.

Abbildung 2: Befürchtungen der Jugendlichen vor ihrem ersten äußeren Coming-out (N=4.034) (Mehrfachantworten waren möglich). Quelle: Krell & Oldemeier, 2015, S. 13

Insgesamt ist daher für viele junge LSBTQ* Menschen der Prozess der Bewusstwerdung eine schwierige Zeit. Sie wird von vielen als belastend und anstrengend erlebt. Dabei sind sie weitgehend auf sich selbst gestellt.

Äußeres Coming-out

Zwischen der Bewusstwerdung und dem ersten "Öffentlich-Machen" vergehen bei den meisten jungen Menschen mehrere Jahre. Im Durchschnitt sind das bei lesbischen, schwulen, bisexuellen und orientierungs*diversen Jugendlichen ca. drei Jahre und bei trans* und gender*diversen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ca. fünf Jahre. Viele berichten, dass sich im Laufe der Zeit ein Leidensdruck aufgebaut hat. Ein äußeres Coming out war schließlich ein erforderlicher Schritt, um entsprechend ihrer tatsächlichen sexuellen und/oder geschlechtlichen Empfindungen leben zu können.9 Die Notwendigkeit eines äußeren Coming-outs markiert einen weiteren, elementaren Unterschied zu heteronormativen und binär cisgeschlechtlichen Lebensweisen: Hier ist das sexuelle und geschlechtliche Erleben kohärent mit der herrschenden Norm, eine öffentliche Bekanntgabe ist daher nicht notwendig.

Abbildung 3 veranschaulicht die Gründe für das erste äußere Coming-out von jungen LSBTQ* Menschen. Für lesbische, schwule, bisexuelle und orientierungs*diverse ist der Beginn einer Beziehung häufiger Anlass für ein äußeres Coming-out, bei einem Viertel der trans*Jugendlichen und jungen Erwachsenen war der Wunsch nach einer körperlichen Transition entscheidend. Über ein Viertel der nicht-heterosexuellen und 35% der jungen trans* und gender*diversen Befragten berichten, dass sie vorher zu große Angst hatten.

Abbildung 3: Gründe für das erste äußere Coming-out (Mehrfachantworten waren möglich). Quelle: Krell & Oldemeier, 2015, S. 16

Die Erfahrungen, die junge LSBTQ* Menschen bei einem äußeren Coming-out machen, stehen oft im Kontrast zu ihren Befürchtungen im Vorfeld. Häufig ist die_der erste Ansprechpartner_in eine Person aus dem Freundeskreis, deren Reaktion überwiegend als positiv bewertet wird. Hier zeigt sich, dass v.a. das Peer-Umfeld der Befragten nicht-heteronormative oder nicht-cisgeschlechtliche Lebensweisen oft akzeptierend bzw. tolerierend und nicht pathologisierend betrachtet.10 Die erlebten Belastungen und Entbehrungen während der Zeit der Bewusstwerdung werden dadurch allerdings nicht ungeschehen gemacht.

Erfahrungen in alltäglichen Lebensbereichen

Das "Öffentlich-machen" der sexuellen oder/und geschlechtlichen Zugehörigkeit in der Familie wird häufig als besonderes Ereignis erlebt. Im Vergleich zum Coming-out im Freundeskreis und an Bildungs- und Arbeitsorten wird es hier als am schwierigsten bewertet. In der Familie ist meist die Mutter die erste Ansprechpartnerin. Zum Teil erleben junge Menschen Ablehnung und eine nicht akzeptierende Reaktion auf die Bekanntgabe. Viele andere Eltern wiederum machen deutlich, dass sie der sexuellen und/oder geschlechtlichen Zugehörigkeit ihrer Kinder unterstützend gegenüberstehen. Die engere Familie ist trotz vieler positiver Beispiele kein Raum, in dem es nicht zu negativen Erfahrungen aufgrund der nicht-heterosexuellen Orientierung oder nicht-cisgeschlechtlichen Identität kommt. Fast jede_r zweite Jugendliche (45%) gibt an, hier Diskriminierung erlebt zu haben. Am häufigsten erfahren sie, dass ihre LSBTQ* Lebensweise nicht ernst genommen, ignoriert oder nicht mitgedacht wird. Die Belastung durch negative Erfahrungen wird im Vergleich zum Freundeskreis und den Bildungs- und Arbeitsorten als am höchsten beschrieben (vgl. Bradford & Clark, 2011; Krell & Oldemeier, 2015).

In Schule, Ausbildung, Hochschule und Arbeit erlebt ebenfalls knapp die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (44%) Diskriminierung aufgrund ihrer nicht-heterosexuellen Orientierung oder nicht-cisgeschlechtlichen Identität. Außerdem berichten viele, dass sie aufgrund ihres "untypischen" Verhaltens schon ab dem Grundschulalter gemobbt wurden. Im Vorfeld eines äußeren Coming-out hatten 61% der befragten jungen Menschen Sorge, durch diesen Schritt Probleme im Bildungs- oder Arbeitsbereich zu bekommen. Die häufigsten tatsächlich erlebten Diskriminierungen sind in diesem Kontext, dass sie beleidigt, beschimpft oder lächerlich gemacht werden, ihre LSBTQ* Zugehörigkeit überbetont wird oder es zu Ausgrenzung kommt. Die Androhung oder das Erleben von Gewalt sowie die Zerstörung von Eigentum wird in diesem Bereich im Vergleich zur Familie und dem Freundeskreis am häufigsten erlebt. Im Kontext Schule sind insbesondere die Erfahrungen mit Lehrer_innen hervorzuheben: 22% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen berichten, dass Lehrer_innen häufig gezeigt haben, dass sie lesbisch, schwul, trans* o.ä. als Beschimpfung nicht dulden. 35% gaben an, dass dies manchmal, 43% dass dies nie der Fall war. Abgesehen von der Verwendung als Schimpfworte findet das Thema LSBTQ* in Schulen kaum Beachtung. Nur wenige konnten Beispiele dafür nennen, wie sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Unterricht jenseits von HIV/Aids-Prävention aufgegriffen wurde. Am Lernort Schule scheint die heteronormative binäre Geschlechterordnung daher besonders sichtbar und wirksam zu sein. Junge LSBTQ* Menschen erleben deutlich, dass ihre Zugehörigkeit im gesellschaftlich "Außen und Abweichenden" positioniert ist. Gleichzeitig werden sie (fast) nicht aufgeklärt über Lebensentwürfe, die ihrem Erleben entsprechen, wie es für heterosexuelle und cisgeschlechtliche Lebensweisen zutrifft.

In Bezug auf den Freundeskreis berichten junge LSBTQ* Menschen vielfach von Akzeptanz und Unterstützung. Allerdings kommt es auch hier zu negativen Erlebnissen, wie vier von zehn der Befragten angeben (41%). Am häufigsten beschreiben sie ein Überinteresse an ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität. Der Freundeskreis ist jedoch der Bereich, in dem das Belastungsempfinden durch Diskriminierung am geringsten, das Coming-out am einfachsten erlebt wird und die Unterstützung am größten ist.


"... ich hatte eine beste Freundin, also so, die hat mich, glaube ich echt, echt jahrelang hochgezogen." (Fredi, 21 Jahre)


Über alle Kontexte hinweg berichten acht von zehn der Befragten (82%), mindestens einmal Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität erlebt zu haben. Bei jungen trans* und gender*diversen Menschen sind es neun von zehn (96%). Die Formen sind hierbei vielfältig: Verletzende Blicke und Bemerkungen, Beschimpfungen, Ausschluss aus sozialen Kontexten, Androhung bzw. Umsetzung von Sachbeschädigung oder körperlicher Gewalt, rechtliche Benachteiligung (z.B. aufwändige Legitimationspflicht ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit bei Personenstandsänderung) sowie die Konfrontation mit tradierten abwertenden Stereotypen.


"Und sie [Anm.: die Oma] meinte halt, als erste Reaktion "Ja, aber Du weißt ja, pass auf, wegen der Krankheiten". (Bjarne, 21 Jahre)


Häufig begegnen junge LSBTQ* Menschen Diskriminierung im öffentlichen Raum, z.B. in der Fußgängerzone, im Kino, im Schwimmbad oder im Nahverkehr. Von den lesbischen, schwulen, bisexuellen und orientierungs*diversen Jugendlichen hat dies mehr als ein Drittel erlebt (38%), von den trans* und gender*diversen Befragten jede_r Zweite (50%). Diskriminierungen in der Öffentlichkeit gehen dabei überwiegend von unbekannten Personen aus.


"... dann ist halt einer vorbei gegangen, hat sich dann auch extra umgedreht und gesagt, das wäre eine Beleidigung für seine Augen, wir sollen mal mit dem Rumgeschwule aufhören." (Bjarne, 21 Jahre)


Zudem gibt jede_r dritte Teilnehmer_in der Studie Coming-out - und dann...?! an, in der Öffentlichkeit sexuell belästigt oder beleidigt worden zu sein, bei den lesbischen und trans*weiblichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sogar jede Zweite. Die von rund einem Drittel (36%) bestehende Befürchtung, sexuell belästigt oder beleidigt zu werden, erweist sich somit als begründet. Es ist festzuhalten, dass Heteronormativität auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts in alltäglichen Lebensbereichen von jungen LSBTQ* Menschen eine hohe Relevanz hat. Sie erleben deutlich, dass ihre Lebensweise "nicht der Norm entspricht".

3. Erfahrungen von jungen trans* Menschen bei rechtlicher und/oder medizinischer Transition

Für trans* und gender*diverse Menschen ist es eine individuelle Entscheidung, ob sie ihren rechtlichen Personenstand ändern lassen und/oder medizinische Maßnahmen (hormonell, operativ) in Anspruch nehmen wollen. Die rechtlichen und medizinischen Rahmenbedingungen für einzelne Transitionsschritte sind komplex. Zugangsvoraussetzung sind gutachterliche Stellungnahmen, die die geschlechtliche Zugehörigkeit legitimieren. In Medizin und Recht sind dabei Heteronormativität und die implizite Norm einer binären cisgeschlechtlichen Zugehörigkeit (besonders) immanent. Regeln, Leitlinien und Praxis der Begutachtung zeigen das deutlich.11 So berichten z.B. manche junge trans* Erwachsene in der Studie Coming-out - und dann...?! davon, dass im Rahmen der Begutachtung nach Gründen gefragt wurde, die ihr transgeschlechtliches Erleben als pathologische Reaktion auf negative Kindheitserfahrungen festlegen würde.


"... da hatte ich am Anfang ein bisschen das Gefühl, der will irgendwie einen Grund finden, warum. ... Also er hat zum Beispiel da irgendwie gesagt, dass ich mal eine Zeit lang bei meinem Vater gewohnt habe und dass der halt nur ein Bett hatte. Und da habe ich gesagt, dass wir halt zusammen in dem Bett geschlafen haben. Und dann kam gleich die Frage "Ja, hat er dann mal rüber gelangt?" und so was. Wo ich gesagt habe "Was soll die Frage?" Ja. Also so in die Richtung kamen dann Fragen. Oder hat mich mein Vater geschlagen und so Sachen. Und das trifft alles nicht zu." (Eric, 21 Jahre)


Für die Kostenübernahme von medizinischen Anpassungsschritten sind ebenfalls Gutachten erforderlich, bei der allerdings die "Beschreibung der Schwere des Krankheitswertes die entscheidende Rolle für die Kostengewährung spielt" (Güldenring, 2015, S. 38; Hervorh. durch KO). Daraus folgt, dass für "die Kostenübernahme durch die Krankenkassen Krankheitskriterien erfüllt sein [müssen], für die Gerichte nicht." (ebd.) Trans* Personen können auf diese Weise in eine "Krankheits-Biografie" gedrängt werden. Für die Umsetzung einer körperlichen Anpassung existieren inzwischen zahlreiche Möglichkeiten. Das vergrößert einerseits die Möglichkeiten eines "passings"12, erhöht aber auch andererseits den Druck bzw. normativen Zwang, die ganze Breite der invasiven Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Obwohl die rechtliche Vorschrift zur chirurgischen Genital-Anpassung als Voraussetzung für eine Personenstandsänderung seit 2011 aufgehoben ist, bleibt die Norm der körperlichen Ablesbarkeit der Geschlechtszugehörigkeit eine wirkmächtige Instanz. Die Herstellung einer äußerlichen Eindeutigkeit steht den betreffenden Personen als Aufforderung gegenüber, auf die sie reagieren müssen. Entweder in dem sie medizinische Möglichkeiten ganz oder teilweise nutzen oder aber, indem sie sie ablehnen, wofür sie aber zumindest einen argumentativen Standpunkt entwickeln müssen, der eine "Nicht-Inanspruchnahme" begründet.


"Also ein Freund von mir, der meinte "Ja, ich unterstütze Dich", aber er hat immer sowas gesagt wie "Du bist für mich keine Frau, bis Du Dich operieren lässt". (Alexandra, 20 Jahre)


Die Suche nach einer kompetenten medizinischen Fachkraft für einen Transitionsprozess, die örtlich und zeitlich erreichbar ist, ist häufig schwierig und zeitintensiv. Jenseits des ersten Kontaktes, der vor allem für jüngere trans* Jugendliche häufig nicht die erhoffte Unterstützung bringt, geben knapp drei Viertel (73%) an, dass ihre Ansprechpartner_innen im fachmedizinischen Kontext gut informiert waren. Bei einem Viertel (27%) waren die medizinischen Fachkräfte schlecht bzw. gar nicht über das Thema Transgeschlechtlichkeit informiert. Wenn ein_e kompetente_r Ansprechpartner_in gefunden ist, stellte diese_r im weiteren Prozess oft eine wichtige Ressource dar. Die verpflichtende psychologische Begutachtung für eine Personenstandsänderung wird von der Hälfte der jungen trans* Menschen (46%) als belastendes Verfahren erlebt. Haben sie den Weg einer Transition für sich abgeschlossen, zeigt sich deutlich die Erleichterung darüber, dass sie nun einen Alltag entsprechend ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit führen können.


"Erstgeburt sage ich dazu, ich habe zuvor eigentlich nicht gelebt, ich habe vegetiert." (Evelyn, 19 Jahre)


Insgesamt sind die Erfahrungen von jungen Menschen bei einem rechtlichen und/oder medizinischen Transitionsprozess überwiegend als schwierig einzuordnen. Der Legitimationsprozess ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit ist zeitlich und emotional aufwändig. Die Annahme eines "natürlichen" Geschlechts, das angeboren, am Körper eindeutig ablesbar und unveränderbar ist (vgl. Gildemeister, 2004), begegnet trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf rechtlich-medizinischer als auch auf sozialer Ebene häufig.

4. Strategien im Umgang mit Heteronormativität

Junge LSBTQ* Menschen haben unterschiedliche Strategien für Herausforderungen, die ihnen im Alltag aufgrund ihrer nicht-heterosexuellen Orientierung oder nicht-cisgeschlechtlichen Zugehörigkeit begegnen. Es zeigen sich sowohl Handlungsstrategien, in denen sie aktiv handeln, als auch Deutungsstrategien, durch die sie in gedanklicher Auseinandersetzung Geschehenes interpretieren und verarbeiten. Für einen Großteil ist es hilfreich - insbesondere während der Bewusstwerdung - sich über LSBTQ* Themen zu informieren. Auf diese Weise gelingt es, das eigene Empfinden einzuordnen und Handlungsoptionen zu entwickeln. Von weiterer Bedeutung ist die strategische Planung eines äußeren Coming-out: Sie suchen dafür eine günstige Gelegenheit, sondieren, ob eine eher ablehnende oder eher akzeptierende Einstellung gegenüber LSBTQ* Lebensweisen besteht, bereiten passende Argumente vor und stellen sich darauf ein, womöglich eine negative Reaktion zu erhalten. So erlangen viele junge LSBTQ* Menschen eine ausreichende Handlungssicherheit, um wichtige Personen in ihrem Umfeld (z.B. Eltern/Elternteile oder Freund_innen) über ihre nicht-heterosexuelle oder nicht-cisgeschlechtliche Zugehörigkeit aufzuklären.13 Später, nach einem äußeren Coming-out, engagieren sich manche LSBTQ* Jugendliche und junge Erwachsene in diesem Bereich. Sie berichten z.B. auf Blogs oder YouTube über ihr Leben als lesbische, schwule, bisexuelle, trans* oder queere Jugendliche oder setzen sich anderweitig für Sichtbarkeit und Aufklärung ein. Auch die Suche nach emotionalem Rückhalt bei anderen Personen (in On- wie Offline-Kontakten) ist eine unterstützende Strategie. Als sehr zentral im Umgang mit ihrer nicht-heterosexuellen Orientierung oder ihrer nicht-cisgeschlechtlichen Lebensweise zeigen sich die Strategien der Vermeidung und des Verzichts: Jugendliche und junge Erwachsene vermeiden beispielsweise antizipierte Diskriminierung, indem sie ihre LSBTQ* Zugehörigkeit für sich behalten oder zumindest genau prüfen, ob eine Umgebung sicher genug ist, um diese offen zu zeigen. Generell ist es wichtig, die Information über ihre sexuelle und/oder geschlechtliche Zugehörigkeit zu kontrollieren.14 Sie ziehen sich aus Beziehungen zurück, wenn sie das Gefühl haben, dass sie sich dort nicht entsprechend ihrem tatsächlichen Erleben verhalten können. Viele verzichten außerdem auf Sport, insbesondere auf institutionell organisierte sportliche Aktivitäten.


"...ich wollte immer gerne in einen Fußballverein, habe mich aber nie angemeldet." (Eric, 21 Jahre)


Über 66% der Befragten nehmen nicht am Vereinssport teil. Die heteronormative Zwei-Geschlechter-Ordnung mit entsprechenden Stereotypen zu Frauen- und Männersportarten, stellt für viele eine Situation dar, die sie aufgrund der geschlechts- und körperspezifischen Maßstäbe vermeiden. LSBTQ* Jugendliche und junge Erwachsene verarbeiten negative Erfahrungen außerdem über verschiedene Deutungsstrategien (vor allem durch Relativierung, Idealisierung oder Legitimierung). Vielen gelingt es in gedanklichen Auseinandersetzungen, diskriminierende Erlebnisse, z.B. in Form eines verbalen Übergriffs in der Öffentlichkeit, weitgehend ohne Belastungsempfinden zu verarbeiten und handlungsfähig zu bleiben. So bagatellisieren ("So schlimm war es auch nicht") oder idealisieren ("Ich hatte ja noch Glück") sie z.B. eine entsprechende Situation. Begleitet werden diese Strategien im Umgang mit Heteronormativität davon, dass sie bestimmte Erfahrungen häufiger machen, sich daran gewöhnen und schließlich "abgehärtet" sind.15


"Es stört mich, aber es ist, man härtet da ab, man härtet da ab." (Kim, 18 Jahre)


In einer ressourcenorientierten Perspektive ist dabei zu betonen, dass viele in der Lage sind, diese Herausforderungen zu bewältigen. Sie haben Kompetenzen und Strategien entwickelt, durch die es ihnen gelingt, in schwierigen Situation handlungsfähig zu bleiben, negative Erfahrungen weitgehend belastungsfrei zu verarbeiten und ihre zur Verfügung stehenden Ressourcen zu nutzen (vgl. weiterführend Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2014; Krell & Oldemeier, 2015).16

5. Resümee

Die Erkenntnisse der Studie Coming-out - und dann...?! zeigen, wo und wie lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queere Jugendliche und junge Erwachsene Heteronormativität begegnen und wie sie damit umgehen. Ihre Lebenssituation ist als ambivalent17 zu charakterisieren: Auf der einen Seite erleben sie Akzeptanz gegenüber sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, wie z.B. die vielen positiven Reaktionen auf ihr Coming-out zeigen. Eine gesellschaftliche Inklusion von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt hat in gewissem Maß stattgefunden. Junge Menschen finden (vor allem online aber auch offline) Orte und Möglichkeiten, wo sie ihre nicht-heterosexuelle und/oder nicht-cisgeschlechtliche Zugehörigkeit leben können und sie eine "alternative geschlechtliche Wirklichkeit konstituieren" (Schirmer, 2010, S. 54). Möglicherweise wird sich die heteronormative binäre cisgeschlechtliche Ordnung also weiter wandeln. Dass über 300 orientierungs* und gender*diverse Jugendliche und junge Erwachsene an der Studie Coming-out - und dann...?! teilgenommen haben, könnte zumindest ein weiterer Hinweis darauf sein, dass etablierte heteronormative Kategorien sexueller und geschlechtlicher Zugehörigkeiten an Bedeutsamkeit und Wirksamkeit verlieren. Auf der anderen Seite erleben Jugendliche allerdings täglich, dass LSBTQ* Lebensweisen noch nicht selbstverständlich und weiterhin legitimierungsbedürftig und legitimierungspflichtig sind. Sie bleiben die "Anderen", erleben Diskriminierung und Exklusion und stehen vor spezifischen Herausforderungen. Heteronormativität und die Norm einer binären cisgeschlechtlichen Zugehörigkeit sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts daher als dominant einzuordnen, sie stellen für junge Menschen nach wie vor eine wesentliche Sozialisationsbedingung dar. Bezugnehmend auf die Annahme, dass adoleszente Handlungs- und Deutungspraxen einen Hinweis auf zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen geben, können die Erkenntnisse der Studie Coming-out - und dann...?! allerdings auch als Bestätigung dafür gelesen werden, dass die soziale Ordnung in Bezug auf Heteronormativität sich in manchen Kontexten in einem Destabilisierungsprozess befindet.

Endnoten

  1. Cisgeschlechtlichkeit (Cisgender) meint, dass ein Mensch sich der geburtsgeschlechtlichen Zuordnung (assigned sex at birth) zugehörig fühlt. Es bezeichnet das Gegenteil von Transgeschlechtlichkeit (Transgender): Transgeschlechtliche Menschen erleben sich nicht entsprechend der geburtsgeschlechtlichen Zuordnung. Generell unterliegen Kategorien, mit denen nicht-heterosexuelle und nicht-cisgeschlechtliche Zugehörigkeiten beschrieben werden (sollen), kritischen, komplexen und interdisziplinären Diskursen. Wenn insgesamt von nicht-heterosexuellen und nicht-cisgeschlechtlichen Personen die Rede ist, wird meist das Akronym LSBT* verwendet, um die "Idee eines gleichberechtigten Zusammenschlusses" widerzuspiegeln (Dieckmann & Litwinschuh, 2014, S. 10). Dabei gibt es innerhalb der "Community" einen regen und kritischen Diskurs darüber, ob das Akronym korrekterweise nicht "LSBTTIQQAA" (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Transsexuell, Intergeschlechtlich, Queer, Questioning, Asexual/Agender, Allies) lauten müsste, um die tatsächliche sexuelle und geschlechtliche Vielfalt vollständig abzubilden (vgl. Dieckmann & Litwinschuh, 2014, S. 11; Faderman, 2015, Pos. 184-195). Aus pragmatischen Gründen wird heute häufig (wieder) der Begriff "queer" verwendet, um sexuell und geschlechtlich vielfältige Lebensweisen zu benennen.
  2. Zur Geschichte der Pathologisierung und Kriminalisierung von nicht-heterosexuellen Lebensweisen siehe exemplarisch Faderman (2015) und Lautmann (1993), von nicht-cisgeschlechtlichen Lebensweisen exemplarisch die Arbeiten von Hirschauer (2015) und Weiß (2009).
  3. Dabei existiert seit den 1970er Jahren eine depathologisierende Perspektive auf transgeschlechtliches Erleben: "We ain´t broken - so stop trying to fix us!" (Franzen & Sauer, 2010, S. 8).
  4. Für eine sozialwissenschaftliche Betrachtung kann ein Coming-out konzeptionell in eine Phase der Bewusstwerdung (inneres Coming-out) und den Schritt des "Öffentlich-Machens" (äußeres Coming-out) unterschieden werden (vgl. Rauchfleisch, 2011; Watzlawick, 2004). Diese Differenzierung wurde auch in der Studie vorgenommen.
  5. Die DJI-Studie Coming-out - und dann...?! ist im engen Sinne nicht repräsentativ, da die Grundgesamtheit von LSBTQ* Jugendlichen nicht bekannt ist. Allerdings kam eine aktuelle europäische Studie nun zu der Erkenntnis, dass 6% aller Menschen in Europa sich als nicht-heterosexuell und/oder nicht-cisgeschlechtlich identifizieren. In Deutschland sind hiernach 11% der 14-29jährigen einer LSBT* Lebensweise zugehörig (Dalia Research, 2016).
  6. Die Abbildung bezieht sich auf die Selbstbezeichnung hinsichtlich ihrer sexuellen Orientierung (orange Balken) oder ihrer geschlechtlichen Identität (grüne Balken). Zu Beginn der Befragung konnte ausgewählt werden, zu welchem Schwerpunkt geantwortet werden möchte: zu einem Coming-out der nicht-heterosexuellen Orientierung oder zu der nicht-cisgeschlechtlichen Zugehörigkeit. Manche Menschen haben sowohl in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung als auch ihre geschlechtliche Identität Coming-outs, deshalb war es ihnen überlassen, zu welchem sie die Fragen beantworten.
  7. Ein äußeres Coming-out war keine Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie. Dem Projektteam war bewusst, dass der Titel "Coming-out - und dann...?!" vor allem diejenigen Jugendlichen ansprechen wird, die mindestens ein äußeres Coming-out vollzogen haben. Trotz der kritischen Diskussion über den "westlichen Identitätszwang/Bekenntniszwang" (Voß, 2014, S. 126) sind aus Sicht des Projektteams bei jungen Menschen (im Gegensatz zu einem älteren kritisch-akademischen Publikum) Themen rund um ein inneres und äußeres Coming-out zentral. Daher wird der Titel "Coming-out - und dann...?!" als lebensweltnahe Ansprache von LSBTQ* Jugendlichen und jungen Erwachsenen angesehen.
  8. Zu der Erkenntnis kam z.B. die Untersuchung zu "Internetangeboten für schwule, lesbische und bisexuelle sowie transsexuelle und transgender Jugendliche" (Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, 2009). Fragen rund um das innere und äußere Coming-out waren hier ebenfalls ausgesprochen wichtig (ebd., 2009, S. 6).
  9. Bei Berger und Luckmann und ihrer wissenssoziologischen Perspektive heißt es in diesem Zusammenhang: "Um gewiß zu bleiben, daß er tatsächlich ist, der er zu sein glaubt, braucht der Mensch nicht nur die indirekte Gewißheit seiner Identität, ... sondern die ausdrückliche und gefühlsgetragene Gewißheit, die ihm seine signifikanten Anderen entgegenbringen" (Berger & Luckmann, 2004, S. 161). Es ist also nur sehr begrenzt möglich, ohne Andere (zu informieren) lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder queer zu leben.
  10. Dieses Ergebnis ist kongruent mit den Erkenntnissen von Götsch im Rahmen ihrer Studie Sozialisation heteronormativen Wissens (Götsch, 2014). In einer qualitativen Untersuchung stellte sie fest, dass die "Norm der Toleranz gegenüber Homosexualität" bei heterosexuellen Jugendlichen bedeutsam ist (ebd., S. 134). Sie wird betont, "während die Normalität der Heterosexualität als selbstverständlich erscheint" (ebd.). Die Herausstellung der Toleranz gegenüber "Homosexuellen" dient gleichzeitig dazu, "sich der eigenen Heterosexualität zu vergewissern" (ebd., S. 135). In Bezug auf die geschlechtliche Zugehörigkeit stellt Götsch fest, dass heterosexuelle Jugendliche annehmen, "dass man qua Geburt zwar ein Geschlecht ist oder hat, aber durch äußere Einflüsse transgender werden kann - folglich Geschlecht und Geschlechtlichkeit variabel sind" (ebd., S. 149).
  11. Vgl. weiterführend zu Erfahrungen von trans* Personen im Rahmen von Transitionsprozessen die Zusammenstellung von Franzen & Sauer in ihrer Expertise von 2010 für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Franzen & Sauer, 2010, S. 48-50).
  12. In der allgemeinen Diskussion wird die Erreichung einer äußerlichen Erscheinung, bei der die geburtsgeschlechtliche Zuordnung für Außenstehende nicht mehr sichtbar ist, häufig als "passing" beschrieben (Franzen & Sauer, 2010). Dieser Begriff wird sowohl von trans* Personen kritisiert als auch im sozialwissenschaftlichen Diskurs. Hintergrund sind geschlechtsspezifische "Schönheitsideale" (z.B. eine gewisse Größe von äußeren Geschlechtsmerkmalen) und normierte Vorstellungen von (ver-)geschlechtlichen Körpern (z.B. (Nicht-)Behaarung von bestimmten Körperregionen), die zur Beurteilung eines erfolgreichen oder eben eines nicht erfolgreichen "passing" führen. Um diese Normen - mit denen sich ja auch cisgeschlechtliche Personen konfrontiert sehen - nicht zu reproduzieren, wird der "passing" Begriff vielfach abgelehnt.
  13. In einer ressourcenorientierten Perspektive wird in diesem Zusammenhang betont, dass es ein Schutzfaktor ist, wenn Menschen in der Lage sind, in außergewöhnlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben (vgl. exemplarisch Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2014).
  14. Diese "Technik der Informationskontrolle" (Goffman, 1975, S. 116ff.) im Zusammenhang mit einem "Stigma" beschrieb Erving Goffman bereits 1967 in seiner Arbeit Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität.
  15. Auch in der LesMigraS-Studie wurde ein "Gewöhnungseffekt" an Diskriminierungserfahrungen festgestellt (vgl. LesMigraS, 2012, S. 22).
  16. Eine Erkenntnis der Studie Growing up LGBT in America der Human Rights Campaign mit über 10.000 LGBT* Jugendlichen war z.B., dass sie in verstärkter Weise über Kompetenzen der Resilienz verfügen: "The impact on their well-being is profound, however these youth are quite resilient." (HRC Youth survey report, 2012, S.1)
  17. "Ambivalenz ist das Strukturmerkmal von Modernisierung schlechthin und steht für die Zwei-, ja Mehrdeutigkeit von Modernisierungsprozessen" (Degele & Dries, 2005, S. 30).

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Autorin

Kerstin Oldemeier
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Dipl.-Soz., Deutsches Jugendinstitut München, Wissenschaftliche Referentin, Fachgruppe Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher. Arbeitsschwerpunkte: Queer und Gender Studies, Alltägliche Lebensführung Jugendlicher, Jugendsoziologie, Soziale Ungleichheiten



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