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Heiner Keupp und die Produktivität der Zivilgesellschaft

Florian Straus
[Forum Gemeindepsychologie, Jg. 15 (2010), Ausgabe 2]


Angetrieben von der Sorge um einen Verlust an Alltagssolidarität und einer drohenden Welt der Ichlinge beschäftigte sich Politik und Wissenschaft in den 90er Jahren intensiver mit einem Thema, das wir heute mit dem Begriff des Bürgerschaftlichen Engagements verbinden. Auch der Sozialpsychologe blickt zunächst kritisch auf ein neues Schlagwort.1 Doch schnell erkennt Heiner Keupp, dass weder die Kassandrarufe2 gerechtfertigt sind, noch dass es sich um eines der vielen Modethemen handelt, das Politik und Wissenschaft manchmal gemeinsam "durch das mittlerweile globalisierte Dorf" treiben. Zum einen steckt dahinter ein Thema, das den Netzwerkforscher und philosophisch fundierten Wissenschaftler schon lange beschäftigt: der Mensch als soziales Wesen (Keupp, 1995) und wie sich über gemeinsames soziales Handeln unterschiedliche Varianten von Solidarität und Selbstorganisation entwickeln. Zum anderen findet der kritische, aber nicht pessimistisch veranlagte Gesellschaftstheoretiker Keupp in der Zivilgesellschaft ein Projekt mit Hoffnungen und Chancen. Da verwundert es nicht, dass das Thema Bürgerschaftliches Engagement wie kein anderes seine Schaffensperiode der letzten 10-15 Jahre prägt.

Bürgerschaftliches Engagement - das Synthesethema

Es gehört zu den Chancen von Menschen, die es sich nicht auf den Stühlen des Mainstreams bequem machen, dass sie sehr unterschiedliche Diskurse verknüpfen, dabei festgezurrte Grenzen überschreiten und Möglichkeiten der Synthese ausprobieren. Heiner Keupps zunehmende Beschäftigung mit dem Bürgerschaftlichen Engagement versteht man schnell, blickt man auf die Diskurse, die er darin verknüpft sieht:

  1. Der Gemeinwohldiskurs: die besorgte Debatte um das Gemeinwohl und um Gemeinsinn in einer individualisierten Gesellschaft. Hier geht es um jenen Bereich sozialer Beziehungen und Kontexte, in denen sich Menschen beheimaten und identifizieren können.
  2. Der Demokratiediskurs: Die Zivilgesellschaft wird entdeckt und als das "Herz" oder die "Seele" der demokratischen Gesellschaft betrachtet. Sie besteht aus dem Engagement der Bürger/innen. Sie mischen sich ein und machen sich öffentliche Anliegen zu ihren eigenen.
  3. Der Diskurs sozialer Sicherung: Wie stellen Gesellschaften die Absicherung vor den Folgen existentieller Risiken und Bedrohungen sicher, ohne dass Menschen zu Objekten "fürsorglicher Belagerung" oder zu passiven Dienstleistungsempfänger/innen werden?
  4. Der Tätigkeitsdiskurs: Tätigkeit im Sinne von Erwerbsarbeit ist das zentrale Medium der Identitätsentwicklung der Moderne gewesen. Wenn aber die Erwerbsarbeit nicht für alle Menschen eine Verankerungsmöglichkeit schafft, wie soll dann im positiven Sinne Identität geschaffen werden? Die Idee der Tätigkeitsgesellschaft zeigt so viele sinnvolle gesellschaftliche Aktivitätsfelder auf, die sich nicht auf Erwerbsarbeit reduzieren lassen.

Mit der Diskussion um das Bürgerschaftliche Engagement geht es also keineswegs um ein gesellschaftlich eher nachrangiges, "nur die Freizeit" der Menschen betreffendes Thema. In diesem vereinen sich wichtige Diskurse, "in denen um innovative zukunftsfähige Lösungen gerungen wird". (Keupp, 1999, S. 5). Und es ist ein Thema, das keineswegs einen pessimistischen Zug trägt. In den am IPP gemeinsam unternommenen empirischen Klärungsversuchen zeigen sich viele Varianten gesellschaftlicher Individualisierung, aber eben auch solche, die weil freiwillig erbracht und nicht einem traditionalen Gemeinschaftsgefühl geschuldet, einen neuen Typus von Solidarität mit sich bringen (Keupp, 2001, S. 5).

Das Bürgerschaftliche Engagement als zentrale Quelle des sozialen Kapitals

Sich bürgerschaftlich zu engagieren kann als eine Variante sozialer Verortung begriffen werden. Grundlegende, hinter einem Engagement stehende Fragen werden zu einem Thema des von Keupp zwischen 1999 und 2009 geleiteten Forschungsprojekts im Rahmen des Münchner SFB 536. Im Mittelpunkt steht die für soziale Verortungsprozesse grundlegende Trias von Anerkennung, Vertrauen und Zugehörigkeit (Straus, 2002) und die Frage, wie unterschiedliche Formen von Verortungen sich sowohl aus Sicht der Individuen als auch aus Sicht der Organisationen entwickeln. In einer der drei Forschungsperioden des SFB Projekts stehen die Zugehörigkeit und das Engagement in Vereinen/Initiativen explizit im Mittelpunkt der empirischen Analysen. An drei historisch unterschiedlich aufgestellten Organisationen (Naturfreunde, Nachbarschaftshilfe und Attac) wird deutlich, wie sich die Epochen ihrer Gründung in sehr unterschiedlichen Organisationsstrukturen niederschlagen und wie es heute, unter dem Druck der globalisierten Moderne, zu Entgrenzungsprozessen kommt. Ein Beispiel sind die ursprünglich aus der Arbeiterbewegung stammenden, inzwischen über hundert Jahre alten Naturfreunde, die heute Elemente netzförmiger und fluider Mitgliedschaften konstruieren3 oder das Netzwerk Attac, das teilweise auf klassische Organisationsformen zur Bewältigung seines immer größer werdenden Netzwerks zurückgreift. Offensichtlich wird vor allem, dass traditionelle Organisationen immer weniger auf die alten Muster der Mitgliederbindung vertrauen können. Es braucht neue organisatorische Angebote, um eine "stimmige Passung zwischen Engagementmotiven und -potentialen einerseits und gesellschaftlichen 'Gelegenheitsstrukturen' andererseits" (Keupp, 2008b, S. 5) zu finden.

Auch auf der individuellen Ebene finden sich viele Beispiele dafür, dass sich freiwilliges Engagement aus den sozialen Figurationen traditioneller Milieubindung löst, ohne damit zugleich die Grundmuster gesellschaftlicher Ungleichheit völlig zu verlassen. Gerade am Beispiel des Bürgerschaftlichen Engagements kann man die Weitergabe von sozialem Kapital gut verfolgen. Die Mittelschichtlastigkeit des Engagements hat sich eher verstärkt, als dass sie aufgehoben worden wäre. Dies ist umso problematischer, weil Forschungsergebnisse den Stellenwert des Engagements für informelle Lernprozesse und damit als soziales Kapital einer Person aufzeigen. Es war vor allem eine Gruppe im Deutschen Jugendinstitut um Claus Tully, Wiebken Düx, Erich Sass und Gerald Prein, die deutlich gemacht hat, dass in der Lebenswelt, vor allem von Jugendlichen, es kaum einen anderen Bereich gibt, "der ein derart weites vielfältiges Spektrum an Lerngelegenheiten und Anregungen bereithält" (Düx et al., 2009, S. 179). Freiwilliges Engagement wirkt sich auf das Kompetenzprofil, die Berufswahl sowie die gesellschaftliche Partizipation der Engagierten aus und "ist ein deutlicher Beleg" für die Bedeutung dieses Lernfeldes "als einem eigenen Lernort im Prozess des Aufwachsens" (ebd., S. 273). Die Untersuchung zeigt auf, dass der Kompetenzgewinn nachhaltig wirkt und auch im Erwachsenenalter noch wirksam bleibt.

  • In ihrer Jugend engagierte Erwachsene verfügen über größere Erfahrungen mit den erfragten unterschiedlichen Tätigkeiten und damit auch über mehr Kompetenzen als früher Nicht-Engagierte (ebd., S. 178).
  • "Sie erweisen sich in ihrer Selbsteinschätzung mit ihrem Leben zufriedener und insgesamt erfolgreicher als Nicht-Engagierte und erreichen höhere Berufsabschlüsse als diese" (ebd., S. 226).
  • Zudem sind sie im Erwachsenenalter gesellschaftlich besser integriert. "Vor allem der frühzeitige Abbau kommunikativer Hürden zu Entscheidungsträgern spielt für den Aufbau sozialen Kapitals eine Rolle; ehemals Engagierte verfügen über eine Vielzahl von Kontakten im Gemeinwesen, finden sich dort besser zurecht und auch eher den Zugang zu politischen Beteiligungsprozessen" (ebd., S. 226f).

Das freiwillige Engagement ermöglicht darüber hinaus nicht nur den Erwerb von Kompetenzen, sondern ist auch ein wichtiger Rahmen für die Vermittlung von Werten und netzwerkbezogenen Orientierungshilfen (ebd., S. 177). Nicht zuletzt unterstützt das bürgerschaftliche Engagement in vielfältiger Form soziale Integrationsprozesse: Die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppen wird intensiviert und die jeweilige Gruppe, der jeweilige Verein wird zum sozialen Kapital. "Es wird in sozialen Bezügen agiert und soziales Kapital entfaltet und genutzt. Dieses resultiert aus der produktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt und der bewussteren Gestaltung von Umweltbezügen" (ebd., S. 259).

Diese Mischung von sozialer Einbindung und informellem Lernen führt nach Dohmen (2001) zu einem Bild einer von bürgerschaftlichem Engagement getragenen Lerngesellschaft. In dieser können sich vor allem auch neue, bewusster selbstgewählte Partnerschaften und Solidaritäten entwickeln, nun auf der Grundlage gemeinsamer Interessen und Bedürfnisse und nicht nur der traditionellen, ethnischen, ideologischen, religiösen, standesmäßigen, familiären Zugehörigkeiten, in die man hineingeboren bzw. ohne bewusste Entscheidung hinein sozialisiert wurde. Das heißt: Mündiger werdende Menschen können in einer Lerngesellschaft im Zusammenhang mit einer zunehmenden Selbststeuerung ihres Lebens und Lernens die zerbrechenden traditionellen Bindungen und automatischen Zugehörigkeiten zum Teil durch neue selbstgewählte Gruppenbildungen und projektbezogene Lernsolidaritäten ersetzen.

Die Zivilgesellschaft - kein Notstromaggregat für magersüchtige Staaten

Als Anfang der 2000erJahre die Ideologie des immer wachsenden Wohlfahrtsstaates auch faktisch massive Einbrüche erleidet, entdeckt der Staat das Potenzial des Engagements als Kompensationspotenzial schwindender staatlicher Leistungen. "Die Erosion nationalstaatlicher Souveränitäten im Zuge der ökonomischen Globalisierung und die Implosion des sozialistischen Blocks hat zunehmend die Frage nach Qualität und Funktion zivilgesellschaftlicher Prozesse aufgeworfen. Allerdings wird diese Frage oft genug - im negativen Sinne - staatsfixiert aufgenommen und es wird danach gefragt, ob in zivilgesellschaftlichen Handlungsformen Kompensationsmöglichkeiten für einen "magersüchtigen" Staat enthalten sind. Bevorzugt richten sich solche Suchstrategien nach kompensatorischen Ressourcen auf den Bereich der Sozialpolitik (in der Forderung nach mehr Ehrenamt und nach mehr Selbst- als Fremdhilfe) und zunehmend auch auf Fragen der inneren Sicherheit (z.B. Bürgerwehren und Selbstschutzmaßnahmen)" (Keupp, 2001, S. 1).

Stellt man die Frage richtig, so geht es nicht darum, Lücken im traditionell angelegten staatlichen Handeln kompensatorisch zu füllen. Ziel muss vielmehr ein Paradigmenwechsel von Politik sein, der dem bürgerschaftlichen Engagement eine aktiv-gestaltende Rolle einräumt (Keupp, 1999, S. 4). Menschen sind heute offensichtlich weniger bereit, "ihrem" Staat kompensatorisch "auszuhelfen" und sich in der Tradition des klassischen Ehrenamtes "aufzuopfern" (Keupp, 2001, S. 2), aber sie sind sehr wohl bereit, sich im Spektrum pluralisierter Anliegen für viele Themen aktiv in gesellschaftliches Handeln einzumischen. Am Beispiel der von Eltern gegründeten Kinderinitiativen kann man sehen, wie es nicht nur um das Schaffen von Angeboten geht, die der Staat nicht ausreichend anbietet, sondern wie Eltern dies nutzen, um eigene, inhaltliche Vorstellungen von pädagogischer Betreuung zu entwickeln.

Neue Gelegenheitsstrukturen brauchen adäquate Rahmenbedingungen

Die in gemeinsamen Studien oft bestätigte Erkenntnis, dass wir zwar ein "frei flottierendes Potential an Gemeinsinn" haben, dieses sich aber nicht mehr in klassischer Weise binden lässt, führt zur Überlegung der dazu notwendigen Gelegenheitsstrukturen. Eine nachhaltige Aktivierung und Förderung bürgerschaftlichen Engagements bedarf neuer Rahmenbedingungen und Unterstützungsformen (Keupp, 2001). Keupps zunehmende Bekanntheit als Experte des Bürgerschaftlichen Engagements versetzt ihn in die Lage, an mehreren konkreten Veränderungsprojekten auch auf politischer Ebene mitzuwirken (Keupp & Straus, 2002; Straus & Keupp, 2003). Als Vorsitzender der bayerischen Expertenkommission zum Internationalen Jahr der Freiwilligen ist er maßgeblich an der Entstehung des bayerischen Landesnetzwerks zum Bürgerschaftlichen Engagement beteiligt. Bereits einige Jahre vorher hat er mit geholfen, in München das Verbundprojekt FöBE aufzubauen. Und er sorgt dafür, dass dieses Projekt im Rahmen der kommunalen Finanzkrise der Jahre 2002/5 nicht versehentlich entsorgt wird.4

Wichtige Module dieser neuen Gelegenheitsstrukturen sind die Verknüpfung unterschiedlicher Netzwerke5 und eine möglichst flächendeckende Schaffung neuer Angebotselemente des Bürgerschaftlichen Engagements (wie Freiwilligenbörsen, -zentren bzw. -agenturen). Diese Forderung der Experten/innenkommission schien lange Zeit nur auf dem Papier Gestalt anzunehmen, findet sich aber urplötzlich im 2008 geschlossenen Koalitionsvertrag der bayerischen Regierung wieder. "Wir werden die Beratung von Kommunen zur Schaffung von lokalen Anlaufstellen für das Ehrenamt weiter fördern. Darüber hinaus werden wir in den Kommunen die Einrichtung von Koordinationsstellen für Freiwilligenarbeit (z. B. über landkreisweit tätige Freiwilligenagenturen) durch eine Anschubfinanzierung fördern" (Koalitionsvereinbarung zit. nach Keupp, 2008b, S. 1). Noch sind diese nicht realisiert und könnten erneut6 den Folgen einer Finanzmarktkrise zum Opfer fallen. "Hoffen wir, dass die LBS-Krise und ihre unabsehbaren Konsequenzen für die Landesfinanzen nicht eine neue Realisierungsblockade darstellt." (Keupp, 2008b, S. 1)

Fazit - Zivilgesellschaft (s)ein Hoffnungsprojekt

Für Heiner Keupp ist das Bürgerschaftliche Engagement von dem Leitbild einer Zivilgesellschaft geprägt, in der Selbstbestimmung, Partizipation und soziale Fairness die Grundpfeiler sind (Keupp, 2001, S. 15). Engagement bedeutet eine Form des Tätigwerdens, die nicht auf ökonomische Prozesse reduziert werden kann. Diese Erkenntnis gewinnt an Bedeutung in einer Zeit, in der sich die klassischen arbeitsvermittelten Anerkennungsverhältnisse auflösen, in der die Entgrenzung und Flexibilisierung von Arbeit zunimmt. Es wäre vermessen, das Bürgerschaftliche Engagement als Identitätsersatz hierfür anzubieten. Aber im Rahmen einer Patchwerkidentität kann es wichtige Funktionen einnehmen. Unsere Empirie zeigt ja auch, dass "reflektierte und gelungene Selbstsorge, d.h. das danach fragen, was ich will und was für mich gut ist, nicht nur kein Widerspruch zur Bereitschaft im Alltag ist, praktische Solidarität zu üben, sondern sogar ihre Voraussetzung" (Keupp, 1999,10). "Soziale Zugehörigkeit, Lebenssinn und Identitätsarbeit in einer Zivilgesellschaft bedarf der Einbindung in 'posttraditionale Gemeinschaften', deren aktive Forderung zu einem zentralen Anliegen staatlichen Handelns werden muss" (Keupp, 2001, S. 15). Die klassischen unverbindlichen und oft sogar zynisch wirkenden Anerkennungsformen für ehrenamtliche Tätigkeiten reichen dabei nicht aus. Modelle monetärer Anerkennung müssen trotz aller ideologische Bedenken ernsthaft aufgegriffen und umgesetzt werden, (Keupp, 2001, S. 17) will man den Chancen des Engagements, gerade auch für sozial schwächere Bevölkerungsgruppen, gerecht werden.

Die besondere Hoffnung in Bezug auf das Engagement speist sich aus der Tatsache, dass das soziale Kapital, das aus dem Engagement der Menschen erwächst, eben nicht rückläufig ist, sondern einen Wachstumsbereich markiert. Aktivitäten zur Schaffung sozialen Kapitals bedürfen nicht nur der öffentlichen Anerkennung und Wertschätzung, sondern sie müssen als Wertschöpfung begriffen werden: Nicht nur die Erwerbsarbeit, sondern auch soziale Gemeinschaftsinitiativen schaffen Werte, ohne die unsere Gesellschaft gar nicht existieren könnte.

Literatur

Düx, W. (2006). "Aber so richtig für das Leben lernt man eher bei der freiwilligen Arbeit." Zum Kompetenzgewinn Jugendlicher im freiwilligen Engagement. In Th. Rauschenbach, W. Düx & E. Sass (Hrsg.), Informelles Lernen im Jugendalter. Vernachlässigte Dimensionen der Bildungsdebatte (S. 205-240). Weinheim: Juventa.

Düx, W., Prein, G., Sass, E. & Tully, C. J. (2009). Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement. Eine empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter (2. Aufl.). Wiesbaden: VS-Verlag.

Dohmen, G. (2001). Das informelle Lernen. Die internationale Erschließung einer bisher vernachlässigten Grundform menschlichen Lernens für das lebenslange Lernen aller. BMBF. Verfügbar unter: http://www.bmbf.de/pub/das_informelle_lernen.pdf.

Höfer, R. (2006). Mitglieder gesucht! - veränderte Bedürfnisse und Freiwilligenmanagement in Vereinen. In Ministerium für Umwelt (Hg.), Dorf und Verein - Tradition und Zukunft. Saarland. Verfügbar unter: http://www.saarland.de/SID-3E724395-3F5D0340/11532.htm.

Höfer, R. (2007). Zwischen erster und zweiter Moderne. Identifikationsprozesse in zivilgesellschaftlichen Organisationen am Beispiel der Naturfreunde. In FJ NSB 20/2007, Heft 2, 102-110.

Keupp, H. (1995) (Hrsg.). Der Mensch als soziales Wesen. Sozialpsychologisches Denken im 20. Jahrhundert. München: Piper.

Keupp, H. (1999)IPP. Engagement und Engagementpotentiale in Deutschland: Wie können "schlafende Ressourcen" geweckt werden? Vortrag bei der Fachtagung "Bürgerschaftliches Engagement, Agenda 21, Ehrenamt" in Kloster Irsee am 21. Oktober 1999.

Keupp, H. (2007)IPP. Visionen der (Zivil)Gesellschaft. Vortrag bei der Tagung "Kultur und aktive Bürgergesellschaft" der Evangelischen Akademie Tutzing am 23. Februar 2007.

Keupp, H. (2001)IPP. Bürgerschaftliches Engagement als Basis posttraditionaler Gemeinschaftsbildung: zur sozialpsychologischen Infrastruktur spätmoderner Gesellschaften.

Keupp, H. (2008a)IPP. Engagement und Teilhabe als Ressourcen der Identitätsgewinnung in spätmodernen Gesellschaften. Vortrag bei der Konferenz für Kinder- und Jugendarbeit des Fachbereiches Kinder und Jugendarbeit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau am 23. Februar 2008.

Keupp, H. (2008b)IPP. Bürgerschaftliches Engagement in Deutschland: eine Erfolgsgeschichte, die auf Fortsetzung angelegt ist. Festvortrag aus Anlass des 10jährigen Jubiläums der lagfa-Bayern am 04.12.2008 in München.

Keupp, H., Kraus, W. & Straus, F. (2000). Civics matters: Motivlagen, Hemmnisse und Fördermöglichkeiten für bürgerschaftliches Engagement. In U. Beck (Hrsg.), Die Zukunft von Arbeit und Demokratie (S. 217-268). Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Keupp, H. & Straus, F. (Hrsg.) (2002). Empfehlungen der vom STMAS berufenen ExpertInnengruppe zur Entwicklung von Förderinstrumenten für bürgerschaftliches Engagement in Bayern, Bericht, München - IPP.

Straus, F. & Keupp H. (2003). Auf dem Weg zur Bürgergesellschaft? Modellprojekte Bürgerarbeit/Bürgerschaftliches Engagement in Bayern. 2003.

Straus, F. (2002). Netzwerkanalysen. Gemeindepsychologische Perspektiven für Forschung und Praxis. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag.

IPP Die so gekennzeichneten Texte finden sich auf der Homepage des IPP (http://www.ipp-muenchen.de/index.php?article_id=22)

Endnoten

  1. So spricht er mit Blick auf das Bürgerschaftliche Engagement noch 1999 davon, dass sich ein neues Schlagwort etabliert hat (Keupp, 1999, S. 5).
  2. Er nennt es fragwürdige "Todesanzeigen", wenn Politik und Wissenschaft damals davon sprachen, es gäbe keinen "Gemeinsinn" und keine "Solidarität" mehr, sondern nur noch "Ichlinge" oder Egotripler" (Keupp, 2001, S. 2).
  3. Mit dem Ziel, ihre Mitglieder zu halten und zugleich bestimmten demografischen Problemen, die zur Überalterung von Ortsvereinen führen, nicht hoffnungslos ausgeliefert zu sein (Höfer, 2006, 2007).
  4. Das bis dato aus Restmitteln finanzierte Projekt stand urplötzlich vor dem Aus, als die Finanzkrise der Stadt München einen anderen Umgang mit Restmitteln gebot, und es musste in dieser schwierigen Zeit gegen den "Zeitgeist des Einsparens" eine neue regelfinanzierte Förderstruktur geschaffen werden.
  5. Das Landesnetzwerk arbeitet mit folgenden Partnern zusammen, die wichtige Knotenpunkte im Netzwerk darstellen: (LAGFA) Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen/Freiwilligen-Zentren in Augsburg, Initiative Bürgerstiftungen mit bayerischer Anlaufstelle in Fürstenfeldbruck, Netzwerk Mütter- und Familienzentren in Bayern in München, Selbsthilfekoordination Bayern (SeKo) in Würzburg.
  6. Im Jahr 2002/3 war es die Insolvenz der KirchMedia die für die Bayerische Landesbank und indirekt auch für den Bayerischen Staatshaushalt negative Folgen hatte. Im Jahr 2007 erwarb die Bayerische Landesbank die österreichische Hypo-Group-Alpe-Adria. Dies führte später erneut zu Milliardenausfällen.

Autor

Dr. phil. Florian Straus
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Florian Straus, Dr. phil., Studium der Soziologie, Psychologie und Philosophie in München, Diplom-Soziologe, Promotion im Fach Psychologie, Geschäftsführer des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung München, Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Netzwerkanalysen, Bürgerschaftliches Engagement, Identitätsforschung, Arbeitsmarkforschung, Organisationsanalysen, Qualitätsmanagement.



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