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Editorial

[Forum Gemeindepsychologie, Jg. 15 (2010), Ausgabe 1]


"Nicht mehr für die Schublade": Erträge aus einer fruchtbaren Forschungskooperation zwischen Hochschule und Praxis

Wie kann es gelingen, die unterschiedlichen fachlichen und institutionellen Logiken und Sprachen von Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen, Fragen und Erkenntnisse beider Bereiche wechselseitig fruchtbar zu machen? Mit den Artikeln in diesem Heft möchten wir Ergebnisse aus einer mehrjährig gepflegten Forschungskooperation zwischen der Freien Universität Berlin und der ajb gemeinnützige Gesellschaft für Jugendberatung und psychosoziale Rehabilitation GmbH, Berlin (früher Allgemeine Jugendberatung) vorstellen. Beispielhaft zeigen diese Texte und die dahinter stehende Forschungskooperation, wie Wissenschaft und Praxis voneinander lernen können und der gemeindepsychologische Anspruch, einen Dialog zwischen Forschung, Theorie und Praxis zu führen, in der Realität gestaltet werden kann.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAnja Hermann und Ulrike Meybohm repräsentieren diese Forschungskooperation zwischen Hochschule und Praxis und führen in dem ersten Text inhaltlich in diese Ausgabe ein: Sie schildern in einem Rückblick, wie die Forschungskooperation zwischen der "ajb gemeinnützige Gesellschaft für Jugendberatung und psychosoziale Rehabilitation GmbH" und dem "Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Gemeindepsychologie" der Freien Universität Berlin entstanden ist und sich von 2005 bis 2009 produktiv entwickelt hat. Dabei verdeutlichen sie, welche Herausforderungen für beide KooperationspartnerInnen mit dem Anspruch verbunden sind, "Nicht mehr für die Schublade" zu arbeiten, sondern Qualifizierungsarbeiten und Forschungsprozesse wechselseitig nützlich und produktiv zu gestalten. Auf diese Weise entsteht ein Bild des Entstehungskontextes der folgenden aus Diplomarbeiten resultierenden Artikel.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSebastian Bowe thematisiert die Bedeutung des "Sprechens über Praxis" für die Beziehungsgestaltung in der psychosozialen Arbeit. Mit dem Artikel "Let's talk about Praxis, baby, let's talk about you and me..." stellt er ein Ebenenmodell zur Kommunikation über psychosoziale Praxis vor und spricht sich damit für eine systematischere Reflexion des Sprechens über Praxis aus.

Ihre Forschungsergebnisse zu einem Integrationsprojekt der ajb stellt Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterSarah Maneval (früher Quappen) in ihrem Artikel "Bedeutungen der Arbeit in einem Integrationsprojekt für langzeitarbeitslose Migrantinnen" vor. Auf der Basis von Interviews analysiert die Autorin die Bedeutung dieses Integrationsprojekts für die Teilnehmerinnen und arbeitet Bezüge zu Themen wie Identität und Integration heraus.

Mit den Metaphern "wacklige Angelegenheit" und "Eiertanz in zwei Richtungen" verdichtet Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterJohannes Schoof die Sichtweise der ajb-MitarbeiterInnen des Bereichs "berufliche Rehabilitation" auf ihren eigenen Arbeitsalltag. Die aus subjektiver Sicht der ajb-KollegInnen beschriebenen Arbeitsanforderungen und Belastungen stellt der Autor in den Kontext unsicherer Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und eines neoliberalen Wirtschaftssystems.

Mit einem immer wieder aktuellen Thema setzt sich Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterCarolin Vierneisel auseinander: Sie charakterisiert "Anerkennung in der psychosozialen Betreuung" als "die wilde Ehe von Freiheit und Sicherheit". Im Rahmen ihrer Untersuchung im Projekt Betreutes Wohnen arbeitete sie unterschiedliche Formen der Anerkennung heraus und fragt danach, wie Anerkennungsprozesse als wichtige Elemente der Identitätsausbildung im psychosozialen Kontext aus der Sicht von jungen Erwachsenen erlebt werden.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!


Christine Daiminger für die Redaktion



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